"Übungen MVK Rechnungswesen II"

1. "Was besagt eigentlich die Buchführungspflicht?", fragt die angehende Handwerksmeisterin Ivon Ostermann einen befreundeten Meister. Dieser antwortet ihr: "Sie besagt, dass der Kaufmann verpflichtet ist,

a) Bücher zu führen und diese dem Finanzamt für die Bemessung verschiedener Steuern zur Verfügung zu stellen."

b) Bücher zu führen und in diesen seine betriebliche Kostenrechnung, seine Kalkulationen sowie weitere Planungsrechnungen ersichtliche zu machen."

c) Bücher zu führen und diesen seine Geschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen."

d) Bücher zu führen und in diesen Zahlenmaterial für statistische Zwecke sowie für externe Betriebsvergleiche zur Verfügung zu stellen."


2. Kann ein Unternehmen, dessen Finanzierung gut ist (Eigenkapital überwiegt Fremdkapital), eine schlechte Liquidität haben?

a) Ja, denn hohes Eigenkapital sagt nichts aus über vorhandene flüssige Mittel.

b) Nein, denn bei hohem Eigenkapital stehen auch genügend flüssige Mittel zur Verfügung.

c) Nein, denn Eigenkapital ist identisch mit Geld.

d) Ja, denn Eigenkapital ist nur im Anlagevermögen gebunden.


3. Der Handwerksmeister Mahlbauer soll für die das Unternehmen Eichborn GmbH ein Möbelstück nach alten Plänenanfertigen und muss für die Kalkulation Spezialschablonen" berücksichtigen. Meister Mahlbauer nimmt an, dass es sich hierbei um Sondereinzelkosten handelt, die...

a) dem Erzeugnis bzw. der Leistung direkt zugerechnet werden.

b) dem Erzeugnis bzw. der Leistung nicht direkt zugerechnet werden können und deshalb im Gemeinkostenzuschlagssatz

berücksichtigt werden.

c) eine besondere Gruppe von relativ selten anfallenden Gemeinkosten darstellen.

d) für die Kalkulation keine Rolle spielen.


4. Frau Arndt prüft kritisch das Ersatzteillager. Dabei stellt sie fest, dass der Lagerbestand viel zu hoch ist. Welchen Nachteil hat dies?

a) Der Lagerumschlag ist zu hoch.

b) Die Lagerdauer verringert sich.

c) Die Bezugskosten steigen unverhältnismäßig hoch an.

d) Die Zinsen für das gebundene Kapital sind zu hoch.


5. Wie hoch muss eine Lohnstunde kalkuliert werden, wenn der durchschnittliche betriebliche Verrechungslohn 11,90 € pro Stunde beträgt und neben den Gemeinkosten 15% Zuschlag für Wagnis/Gewinn zu berücksichtigen sind (Nettopreisermittlung).

Gegeben sind:

Materialgemeinkostenzuschlagssatz

22,05%

Lohngemeinkostenzuschlagssatz

110,50%

6. Gegeben sind:

Materialgemeinkostenzuschlagssatz

            22,05%

Wagnis- und Gewinnzuschlag

   9,00 %

Umsatzsteuer     

   19,00 %

Nettoangebotspreis pro Stunde  

  39,80 €

Wie hoch ist der Bruttoangebotspreis, wenn Material zu Einstandspreisen für 9.200 € und 60 Lohnstunden erforderlich sind?

7.

Materialeinsatz

65.000 €

Umsatzerlöse

489.300 €

Löhne und Gehälter  

  178.000 €

Diverse Gemeinkosten

78.400 €

Aus der Buchhaltung eines Einzelunternehmens erhalten Sie für eine bestimmte Periode obigen Daten. Zusätzlich entstehen folgende Kosten:

Der kalkulatorische Unternehmerlohn beträgt 38.300 €.

Weitere Angaben:

Die Löhne sind zu 25% unproduktiv

Der Meister hat zu 15% produktiv gearbeitet

Ermitteln Sie die Höhe der produktiven Personalkosten (Lohneinzelkosten).


8. Die maximale Kapazität einer Maschine beträgt pro Monat 120 Laufstunden. Die Maschine verursacht monatlich 600 € an fixen Kosten und variable Kosten pro Laufstunde von 20 €. Die Erzeugnisse, die mit der Maschine in einer Stunde produziert werden, erbringen einen Erlös von 27,50 €.

Bei welcher Kapazitätsauslastung (in Laufstunden) liegt die Gewinnschwelle der Maschine?


9. Nach welchen Kriterien wird geprüft, ob ein Aufwand ein neutraler Aufwand ist?

a) außerperiodischer Aufwand

b) betriebsfremder Aufwand

c) innerbetrieblicher Aufwand

d) außergewöhnlicher Aufwand

e) Warenaufwand


10. Die Lohnabrechnung für Stefan Bauer muss in den nächsten Tagen fertig gemacht werden. Folgende Angaben hat die Personalsachbearbeiterin vorliegen:

Das steuerpflichtige und sozialversicherungspflichtige Brutto von Stefan Bauer beträgt 3.550 €. Er muss 230 € Lohnsteuer zahlen; der Kirchensteuersatz liegt für ihn bei 9%.

Überdies muss ein Solidaritätszuschlag von 5,5% berücksichtigt werden. In der Sozialversicherung gelten für ihn folgende

Beitragssätze:

Krankenversicherung

13,7%

Rentenversicherung

19,5%

Pflegeversicherung

1,7%

 (1,1% AN-Anteil)

Arbeitslosenversicherung

 4,5%

Berechnen Sie aus den angegebenen Daten den Nettoverdienst für Herrn Bauer.

11. Eine Maschine wurde am 01. Januar 2008 für 50.000 € netto + 595 € brutto Montagekosten angeschafft (Ust. = 19%). Laut AfA-Tabelle beträgt die Nutzungsdauer der Maschine 10 Jahre. Wie hoch ist der Buchwert am Ende des zweiten Jahres?

12. Welche Aussage zur Bilanzgleichung ist korrekt?

a) Gesamtkapital - Vermögen = Fremdkapital

b) Fremdkapital + Vermögen = Eigenkapital

c) Vermögen - Eigenkapital = Fremdkapital

d) Vermögen + Gesamtkapital = Eigenkapital

e) Vermögen - Gesamtkapital = Fremdkapital

13. Unter dem Begriff Aufwand versteht man

a) eine Verringerung der flüssigen Mittel während eines bestimmten Zeitraumes.

b) den Wert aller erbrachten Leistungen während eines bestimmten Zeitraumes.

c) den Wert aller verbrauchten Güter und Dienstleistungen währende eines bestimmten Zeitraumes

d) den Wert der verbrauchten Güter und Dienstleistungen während eines bestimmten Zeitraumes zum betrieblichen Zweck

14. Berechnen Sie die Fremdkapitalquote!

Anlagevermögen

180.000 €

Umlaufvermögen

  80.000 €

Eigenkapital

    90.000 €

a) rund 94%

b) rund 15%

c) rund 52%

d) rund 65%

e) 56%

15. Kalkulatorische Kosten, sind Kosten die

a) in der Buchführung nicht als Aufwand erfasst worden sind aber zusätzlich zu den Grundkosten in der Kalkulation berücksichtigt werden.

b) nicht regelmäßig oder außerordentlich anfallen.

c) für nicht betriebsnotwendige Aufwendungen anfallen.

d) pauschal nach Schätz- oder Erfahrungswerten in der Finanzbuchhaltung als Aufwand erfasst werden.

e) nicht betrieblich sondern als neutraler Aufwand anfallen.

16. Gemeinkosten werden in der Vollkostenrechnung...

a) direkt dem Fertigerzeugnis oder der Handelsware zugerechnet

b) als Zuschlagssatz auf die Einzelkosten aufgerechnet

c) in der Preiskalkulation über den Gewinnzuschlag berücksichtigt, da sie nur in geringer Höhe anfallen

d) in der Kalkulation vernachlässigt, da sie nicht direkt zurechenbar sind und somit die Preisbildung nicht beeinflussen.

e) nur in der Buchführung erfasst. Sie wirken sich auf die Gewinn und Verlustrechnung aus.

17. Welche Funktion erfüllt der BAB?

a) Erfassung und Verteilung der Einzelkosten indirekt auf die Kostenstellen

b) Ermittlung von Zuschlagssätzen für die Kalkulation

c) Kontrollrechnung zum Vergleich der Soll- und Ist-Kosten

d) Überwachung der Einzelkosten an den Stellen ihrer Entstehung

----------Lösungsschlüssel----------


1. (c)

2. (a)

3. (a)

4. (d)

5. 28,81 €

6. 17.406,34 €

7. 139.245 €

8. 80 h

9. (a) (b) (d)

10. 2.578,42 €

11. 40.400 €

12. (c)

13. (c)

14. (d)

15. (a)

16. (b)

17. (b)