Ein Bedürfnis ist ein persönliches Mangelempfinden, das den Menschen drängt, den Mangel zu beseitigen. Bedürfnisse sind die Triebkräfte menschlichen Handelns.

Kein Mensch hat genau die gleichen Bedürfnisse wie ein anderer. Jedem erscheint in seiner individuellen Situation etwas anderes mehr oder weniger erstrebenswert. Als persönliche Bedürfnisstruktur wird die von Person zu Person unterschiedliche Zusammensetzung und Rangfolge der Bedürfnisse bezeichnet.
 

Auf die Bedürfnisstruktur des Individuums wirken zahlreiche persönliche und äußere Einflussgrößen ein. Diese Einflussgrößen können sich im Zeitablauf verändern, deshalb ändert sich auch die Bedürfnisstruktur.

Die Bedürfnisse lassen sich einordnen z. B.

 

nach ihrer Dringlichkeit 

1. Primärbedürfnisse (=Existenzbedürfnisse): der Wille sie zu befriedigen ist angeboren. Ihre Befriedigung ist lebensnotwendig.
2. Sekundärbedürfnisse (=Kultur- und Luxusbedürfnisse) werden erst durch soziale und kulturelle Einflussgrößen erworben.
 
nach ihrem Grad der Bewusstheit
1. Offene (akute) Bedürfnisse sind dem Menschen bereits bewusst und verlangen nach Befriedigung.
2. Schlummernde (latente) Bedürfnisse sind dagegen zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht oder nur unbewusst vorhanden. Sie werden durch den technischen und gesellschaftlichen Fortschritt, durch Information und Werbung geweckt.
  

nach dem Träger der Bedürfnisbefriedigung

1. Individualbedürfnisse werden vom einzelnen Menschen selbst und in eigener Verantwortung befriedigt.
2. Kollektivbedürfnisse erwachsen erst aus dem Zusammenleben der Menschen in einer gemeinsamen Kultur. Die Befriedigung solcher Bedürfnisse übersteigt die Kräfte des Einzelnen. Sie werden deshalb von der Gemeinschaft befriedigt.